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Bibliographic Metadata

Main title9 Briefe an Leonhard Meister / von H[einrich] Zschokke
Title
H. Zschokke an L. Meister, 18. Februar 1804 (Ms M 46.26.8)
Author, ContributorsZschokke, Heinrich [1771-03-22]
Recipient(s)Meister, Leonhard [1741]
Place and Date of CreationBiberstein, 18/02/1804
Annotation
Mit Beischrift von Leonhard Meister
Providing InstitutionZentralbibliothek Zürich, Ms M 46.26.8
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Entire Document as PDF H Zschokke an L Meister 18 Februar 1804 Ms M 46268 [0.38 mb]
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Description

Schloß Biberstein bei Arau. 18 Hornung. 1804

Als ich neulich die Mspte der Zurlaubischen Bibl. in Arau durchging um den historischen Werth derselben zu prüfen, fand ich unter andern auch Ihren Briefwechsel, den Sie, mein Lieber, mit dem seel. Baron Zurlauben geführt. Frei gesteh ich Ihnen, daß ich noch wenige deutsche Briefe gelesen, welche soviel Anmuth, Leichtig- keit und Wiz in sich vereinigen. Sie sind das Alleranziehendste, was ich von Ihnen je gelesen, und sie regten in mir wieder ein Heimweh nach Ihnen auf. Wie kömmts nun auch, daß wir für einander epistolarisch tod sind? Ich will nicht glauben, weil wir beide im Felde der Revolutions- geschichte als Nebenbuhler neben einander schreiten? Ich bin ja nur Compilator und Aktensammler. Oder hat Sie der Geist bekehrt, welcher iezt durch Frankreich weht, und den Fus der Religion in den Nakken der armen, unschuldigen Philosophie sezt? Sie sind iezt Geistlicher. Ständ es bei mir, Sie müßten Bischof wer- den, aber den Musen den Eid der Treue erneuern. Ich wandle nach wie vor meine alte Bahn. Ich betrachtete die polit. Revolution nur als Prodromus der moralischen. Jene, sagt man, sei beendigt. Mir gleich. Ich gehörte zu den Poniren der lezten von jeher. Diese ist noch nicht geendet, darum muß mein Schweizerbote unter die Heiden der Schweiz wie ein Apostel in den Zeiten der Christenverfolgung um- hergehn. Er mus hie und da ein Samenkörnlein der Wahrheit streuen, so leise er auch aufzutreten gezwungen ist. Der Schweizerbote wird auch im K. Zürich stark gelesen. Theilen Sie ihm aus Ihren Ge-genden Nachrichten und Anekdoten mit, womöglich mit Namen der Personen und Orte, von der Art, wie er in den sieben Bitten in No 2. wünscht. So wirken Sie des Guten manches in Ihrem Kanton von Zeit zu Zeit, und ich habe doch die Freude, mich dann und wann mit Ihnen unterhalten zu können. Ihr Zschokke.

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ReferenceZschokke, Heinrich: 9 Briefe an Leonhard Meister / H. Zschokke an L. Meister, 18. Februar 1804 (Ms M 46.26.8). Biberstein, 18/02/1804. Zentralbibliothek Zürich, Ms M 46.26.8 / Public Domain Mark